Von der „sinnvollen Freizeitbeschäftigung“ zum Traumberuf

Als ihre Eltern Alex 2008 beim Jugendrotkreuz anmeldeten, ahnten sie höchstwahrscheinlich noch nicht, dass das Rote Kreuz für die damals 8-Jährige mit der Zeit weit mehr als nur die angedachte „sinnvolle Freizeitbeschäftigung“ werden würde. Denn über die Jahre ist hier bei Alex eine Leidenschaft entfacht. Heute, mit 21 Jahren, leitet sie die Jugendarbeit im Kreisverband Regensburg – und hat durch ihre Arbeit beim BRK außerdem ihren Traumberuf gefunden.

Das Jugendrotkreuz des Kreisverbands Regensburg hat über 220 Mitglieder in sieben Ortsgruppen. Und hier ist so einiges geboten. Gruppenstunden, Aktionen, Ausflüge, Erste-Hilfe-Stunden, Wettkämpfe und vieles mehr steht auf dem Programm. Ganz vorne mit dabei: Alexandra Schindler, 21, von vielen hier nur Alex genannt. Sie ist seit ihrem achten Lebensjahr ein Teil des Jugendrotkreuzes.

Von klein auf begeistert dabei

Als Alex als Kind zum JRK kam, gefiel es ihr hier von Anfang an gut, erinnert sie sich: „Ich habe relativ schnell richtig gute Freunde gefunden. Wir haben gemeinsam super viele Ausflüge oder auch Zeltlager gemacht – und so bin ich halt dann einfach dabeigeblieben.“ Wenn sie auf ihre Kindheit und Jugend beim JRK zurückblickt, sind Alex außerdem die Leistungswettbewerbe besonders gut in Erinnerung geblieben. Hier messen sich die Ortsgruppen von der Kreis- bis zur Landesebene in verschiedenen Bereichen wie Erste Hilfe in Theorie und Praxis, Rotkreuz-Wissen, Allgemeinwissen oder Kreativität miteinander.

Das alles, was sie in den Wettbewerben zeigen, lernen die Kinder und Jugendlichen in ihren Ortsgruppen, die in mehrere Altersstufen gestaffelt sind. Grundsätzlich dürfen die Mitglieder des Jugendrotkreuzes maximal 27 Jahre alt sein – wer Gruppenstunden leitet oder an der Organisation beteiligt ist, kann diese Altersgrenze jedoch auch überschreiten. Viele, die mit dem JRK aufgewachsen sind, bleiben dem Roten Kreuz auch weiterhin treu – egal ob in der Bereitschaft des BRK, in der Gruppenleitung der Jugend oder als Freiwilligendienst-Leistende, bis hin zum hauptamtlichen Mitarbeiter.

Vom Gruppenmitglied zur Jugendleitung

Schon in ihrer Jugend hat Alex gerne kleinere organisatorische Aufgaben und die Social Media Kommunikation des JRK übernommen und auch Gruppenstunden für Jüngere durchgeführt. Als der Leiter des Regensburger Jugendrotkreuzes seinen baldigen Rücktritt verkündete, wurde bereits darauf angespielt, dass Alex dieses Amt in Zukunft einnehmen könnte. „Er hat mich schließlich auch gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte – weil er mich eben als ideale Nachfolgerin sieht und mich gerne vorschlagen würde. Als das dann so konkret wurde, war ich schon überrascht“, erzählt sie.

Während sie über das Angebot nachdenkt, erinnert sich Alex an die Zeit zurück, in der sie als Kind selbst die Gruppenstunden besuchte. Für sie steht schnell fest: Diese Gemeinschaft, die sie ab ihrem achten Lebensjahr erleben durfte, möchte Alex gemeinsam mit den anderen ehrenamtlichen Helfern aufrechterhalten. „Das war einfach eine so großartige Zeit und ich möchte, dass das möglichst viele Kinder und Jugendliche auch erleben dürfen!“, erzählt sie. Und genau deshalb beschloss Alex, sich dieser besonderen Herausforderung zu stellen.

Seit April ist sie somit Leiterin der Jugendarbeit – und dieser Anfang ist für sie und das ganze Leitungsteam nicht einfach. „Die gesamte Kreisleitung wurde nach der Wahl komplett neu besetzt – keiner von uns hatte so etwas schon einmal gemacht. Deshalb sind wir gerade etwas in der Findungsphase.“ Geschätzte zehn Wochenstunden investiert Alex momentan in dieses Ehrenamt. Sobald alle organisatorischen Abläufe klar sind, die neue Leitung alle Ansprechpartner persönlich kennt und das Team eingespielt ist, reduziert sich die Anzahl der Einsatzstunden vermutlich wieder.

Die eigene Begeisterung weitergeben

Doch es gibt noch viel mehr, was die Zeit der JRK-Leitung beansprucht, erzählt Alex: „Wenn man an die Aktionen, Wettbewerbe und Ausflüge denkt, kommen da schon relativ viele Tage zusammen.“ Für Alex ist dieses Ehrenamt jedoch eine große Leidenschaft, die sie gerne an Jüngere weitergibt. Eines ihrer Highlights ist dabei die Arbeit mit den Schulsanitätern. „Wir organisieren für die Schulsanitäter regelmäßige Aktionstage mit verschiedenen Stationen. Das kommt immer total gut an – die Schulsanitäter sind so motiviert und haben richtig Lust, da mitzumachen. Deshalb würde ich sagen, dass das meine Lieblingsveranstaltung ist.“

Doch auch als Gruppenleiterin einer Ortsgruppe ist Alex gerne im Einsatz. Selbst wenn die meisten, die hier Verantwortung für jüngere Mitglieder übernehmen, aus den eigenen Reihen stammen, sind in der Gruppenleitung auch Quereinsteiger herzlich willkommen. Um eine Gruppe zu leiten, benötigt man neben einem polizeilichen Führungszeugnis und Erste-Hilfe-Kenntnissen die Fortbildung ‚Leitungskraft in der Jugendarbeit‘. „Wer bei uns mit dabei sein möchte, kann sich gerne einfach direkt bei uns melden“, sagt Alex. Sie und ihr Team von der Kreisleitung haben zwar den Überblick über alle Inhalte der jeweiligen Gruppenstunden, in der Gestaltung sind die jeweiligen Gruppenleiter der Ortsverbände jedoch relativ frei.

Erfolgsrezept: Wissen, Spaß, Action und Gemeinschaft

Lediglich die Grundsätze, die die Kinder und Jugendlichen lernen sollen, sind überall gleich. Dazu gehört auch das sogenannte Rotkreuz-Wissen, das die Geschichte, die Grundsätze und die Struktur des Roten Kreuzes umfasst, und die Erste Hilfe. Wie sie es auch in den besuchten Gruppenleiterkursen gelernt haben, achten Alex und ihr Team bei solchen Themen besonders darauf, dem Nachwuchs alles auf kindgerechte Art zu vermitteln. „Da gibt es ja total viele Möglichkeiten“, erzählt Alex. „Wir arbeiten bei den Kleinsten viel mit Kuscheltieren, Puppen, kleinen Pflastern und Trösten, um den Kindern auch die Angst vor der Ersten Hilfe zu nehmen.“

Mithilfe verschiedener Kurse, die alle aufeinander aufbauen, wachsen die Kinder Stück für Stück mit ihrem Erste-Hilfe-Wissen mit. Bereits in der fünften bzw. sechsten Klasse, wenn sie den Kurs ‚Juniorhelfer Plus‘ absolvieren, übersteigt das Gelernte das Niveau eines normalen Erste-Hilfe-Kurses, der auch von Erwachsenen besucht wird. Neben dem Fachwissen kommt natürlich auch der Spaß nicht zu kurz. Gerade die gemeinsamen Ausflüge und Aktionen schweißen die Gruppen sehr zusammen. Auch bei Alex war diese Gemeinschaft der Grund, warum sie nun so fest im JRK verwurzelt ist: „Ich habe meine engsten Freunde, die wichtigsten Menschen in meinem Leben, alle übers Rote Kreuz kennengelernt. Ich glaube, das treibt mich auch an, weiter tätig zu bleiben und jetzt eben auch die Leitung zu übernehmen.“

Eine Leidenschaft in Beruf und Freizeit

Sie ist bei weitem nicht die einzige, bei der die Arbeit beim Roten Kreuz eine solche Leidenschaft hervorgerufen hat. Hier beim BRK ist es auch keine Seltenheit, dass Hauptberuf und Ehrenamt miteinander verschmelzen: „Wir haben wirklich viele Mitglieder, die zum Beispiel aus dem medizinischen Bereich kommen und da auch in ihrer Freizeit anscheinend noch nicht genug davon bekommen“, stellt sie grinsend fest.

Ein wenig kann man Alex selbst auch zu dieser Personengruppe zählen – auch, wenn ihr Werdegang ein wenig anders ablief als bei den meisten. Denn in ihrer Jugend startete Alex die ehrenamtliche Ausbildung in der Bereitschaft des Roten Kreuzes. Die Fortbildung zur Rettungsdiensthelferin beinhaltet verschiedene Praktika in Kliniken – unter anderem auch in der Anästhesie. „Da hat’s dann gefunkt“, erinnert sich Alex, „und das hat dazu geführt, dass ich mich dazu entschlossen habe, eine Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin zu beginnen.“ Aktuell hat Alex das zweite Ausbildungsjahr begonnen und ist noch immer genauso Feuer und Flamme für diesen Beruf, wie für ihr Ehrenamt beim Jugendrotkreuz.


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Version: 1.0 - Stand: 17.04.2018