Von den Weltmeeren in den Rettungswagen

Alexander – der Ruhepol

Vor fast drei Jahrzehnten fasste der junge Alexander den Entschluss, sich dem Jugendrotkreuz anzuschließen. Eine Entscheidung, die weitreichende Folgen haben sollte. Heute ist Alexander hauptamtlicher Wachleiter beim BRK, engagiert sich in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen und ist stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Sein Weg führte ihn jedoch zunächst um die ganze Welt, auf die Weltmeere und über den Hafen von Santa Cruz bis in den Rettungswagen. Er hat seine Berufung gefunden, ist heute fest verwurzelt mit der Arbeit beim BRK und ein echter Ruhepol für Kollegen und Patienten.

Bereits früh begann Alexander seine Laufbahn beim Roten Kreuz. Leidenschaftlich gern ging er zum Jugendrotkreuz und engagiert sich dort in verschiedenen Tätigkeiten. Besonders aber die Erste-Hilfe-Kurse hatten es ihm angetan, genauer noch: Die Art und Weise wie die Kursleiterinnen und Kursleiter das Wissen und die Praktiken an die Teilnehmer weitergaben und vermittelten. Der Wissensdurst rund um den menschlichen Körper war charakteristisch für den jungen Alexander, der damals bereits als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer und Rettungstaucher im Einsatz war. „Meine Mutter war Krankenschwester, wahrscheinlich war ich familiär vorgeprägt“, erklärt der Notfallsanitäter seine Affinität zur Medizin.

In mir hat sich alles gesträubt, diese Menschen wollten nur etwas zu essen.

Schicksalsmoment in Santa Cruz

Lange spielte er auch mit dem Gedanken, ans Abitur ein Medizinstudium anzuschließen. Dann allerdings kam die Bundeswehr diesen Plänen in die Quere. „Ich hatte die Wahl. Das Heer und die Luftwaffe haben mich nicht interessiert, da kam für mich nur die Marine in Frage“, erinnert er sich an die damalige Entscheidung. Also packte der junge Mann seine Koffer und kehrte der bayerischen Heimat zumindest temporär den Rücken. Vier Jahre lang, von 1999 bis 2003, verrichtete er in Gefechtssituationen Sanitätsdienst auf dem Zerstörer Lütjens. Es waren bewegte Jahre auf den Weltmeeren. Als Seewachenleiter in der Operationszentrale musste er einige brenzliche Situationen meistern. Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York im September 2001 etwa befanden sich er und die gesamte Mannschaft im Gefechtszustand. Ein anderer Vorfall war es aber dann, der seiner Zukunft eine entscheidende Wendung geben sollte. Alexander erzählt: „Wir lagen im Hafen von Santa Cruz. Der Hafen dort befindet sich in den Slums der Stadt.“ Natürlich sprach sich in der einheimischen Bevölkerung schnell herum, dass ein deutsches Schiff mit massig Proviant an Bord angelegt hatte. „Die Menschen haben versucht, aufs Schiff zu gelangen, weil sie etwas zu essen wollten“, beschreibt Alexander die Umstände jener Nacht in Santa Cruz. Zum ersten Mal musste er seine Waffe entsichern, durchladen und auf einen Menschen richten. „In mir hat sich alles gesträubt, diese Menschen wollten nur essen und ich musste das Schiff verteidigen“, bedauert Alexander. Spätestens in diesem Moment wusste er, dass er bei der Bundeswehr nicht glücklich werden würde.

Richtig zufrieden mit dem Job am Schreibtisch war ich nicht.

Nach seinem aktiven Dienst schloss er zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann an. Richtig zur Ruhe kam er in dem Beruf allerdings nicht, denn direkt vor seinem Bürofenster schossen unaufhörlich Rettungswägen auf ihrem Weg zum Einsatz vorbei. „Das hat mich sofort gefesselt und ich habe mir gesagt: ‚Da will ich drinsitzen‘“, so beschreibt Alexander seine Unzufriedenheit am Schreibtisch.

Engagement in mehreren Positionen

Dieses Gefühl gipfelte im radikalen beruflichen Wechsel. Weg von der Tastatur, rein in die Ausbildung zum Rettungsassistenten. Nach seinem praktischen Jahr an der Rettungswache in Pocking hatte er Glück und bekam eine Stelle in Passau. Von da an erfüllte ihn der Beruf mit all seinen Facetten und er war stets bestrebt, weitere Zusatzqualifikationen zu erlangen. Sein Engagement zahlte sich aus und 2018 konnte er als hauptamtlicher Wachleiter im Kreisverband Deggendorf den nächsten Karriereschritt gehen. Für diese Gelegenheit ist er sehr dankbar aber für ihn gibt es keinen Grund sich darauf auszuruhen. Für ihn ist es selbstverständlich, auch ehrenamtlich noch eine ganze Liste an Zusatzaufgaben zu übernehmen. Er hat die anspruchsvollen Ausbildungen zum Einsatzleiter Rettungsdienst und zum Organisatorischen Leiter absolviert und begleitet neue Auszubildende als Praxisanleiter. „So bleibt man am Ball, oft stellen mir die Nachwuchskräfte knifflige Fragen und ich muss mich immer aufs Neue mit der Materie befassen“, freut sich Alexander über den Input der jungen Kollegen.

Entscheidungsfreudig und souverän

In seinem Berufsalltag allerdings ist seine Souveränität seine große Stärke. Alexander erinnert sich immer wieder an einen Schlüsselmoment, der ihn selbst geprägt hat. „Ich war relativ neu und dementsprechend nervös“, schildert er. Dann aber kam der diensthabende Notarzt. „Seine Art hat mich beeindruckt.“ Der Mediziner wurde für Alexander und alle anderen zum Felsen in der Brandung. Ruhig, entschlossen, klar in seinen Anweisungen und abgeklärt – er hatte die Unfallstelle sofort im Griff. „Dann ging alles leichter von der Hand, die Nervosität war weg“, erinnert er sich:  „So wollte ich auch sein, dieses Gefühl weitergeben.“ Und das ist ihm gelungen. Heute ist Alexander der Ruhepol für Kollegen, Patienten und Angehörige. Er kommt an einen Unfallort und muss in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen, die Ordnung im Chaos schaffen und Koordinationsarbeit leisten.

Er weiß um seine Signalwirkung auf alle Anwesenden in derartigen Extremsituationen. „Wenn ich und das Team Hektik an den Tag legen, färbt das ab“, ist er sich bewusst. Nicht nur den Patienten, sondern auch den Angehörigen möchte er neben der medizinischen Versorgung einfach ein Gefühl der Sicherheit geben. Oft wirkt seine beruhigende Art wahre Wunder. Alexander lebt für seinen Beruf, er genießt die Arbeit, bei der er nie weiß, was auf ihn zukommt. Um Menschen zu helfen, steht er gerne mitten in der Nacht auf, ist 24 Stunden abrufbereit und steckt Energie in Weiterbildung und Nachwuchsförderung. All das ist für ihn ein echtes Plus im Job. Eine Sache allerdings treibt dem sonst so souveränen Notfallsanitäter die Zornesröte ins Gesicht: „Leider werden wir oft vorsätzlich missbraucht“, ärgert er sich über Einsätze, die Jugendliche zum Beispiel als Mutprobe auslösen.

Zu guter Letzt kann er voller Stolz noch berichten, dass er seine Frau Christina damals beim BRK kennengelernt hat. Sie sind seit mittlerweile über 10 Jahren ein festes Paar, seit sieben Jahren überglücklich verheiratet und haben vier gemeinsame Kinder. Alexander hat neben seiner beruflichen Bestimmung auch sein privates Glück beim BRK gefunden!

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Version: 1.0 - Stand: 17.04.2018