Der strahlende Sonnenschein aus Tunesien

Als Betreuungsassistentin ist für Lobna kein Tag wie der andere. Denn sie nimmt so viele verschiedene Rollen ein: Mal ist sie die beste Freundin beim Kaffeeklatsch, dann die dringend benötigte Unterstützung beim Einkauf oder die Sekretärin, die beim Briefe öffnen hilft. Für den einen ist sie eine Therapeutin, für den anderen eine Managerin – und für viele ist sie der strahlende Sonnenschein.“

„Sie strahlen wie immer. Wenn Sie hereinkommen, dann scheint die Sonne!“ – eine solche Begrüßung erhält Lobna in ihrem Beruf nicht selten. Sie arbeitet Teilzeit in der ambulanten Pflege und fährt zu ihren Patienten nach Hause. Was sie dort erwartet, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, erklärt Lobna: „Ich kenne meine Patienten und weiß, was sie wollen und was sie brauchen.“ Manche von ihnen möchten spazieren oder einkaufen gehen, können das aber nicht mehr allein. Lobna begleitet sie dann dabei – diese Zeit ist für viele der Patienten eine der wenigen Chancen, die eigenen vier Wände einmal zu verlassen.

Auf der Suche nach dem Glück

„Jeder möchte und kann etwas anderes machen. Deshalb stellen wir auch gemeinsam mit den Patienten oder auch mit Angehörigen einen Plan auf“, erklärt Lobna. In einigen Fällen ist das ganz einfach, manchmal kann es aber auch sehr knifflig werden – zum Beispiel bei dementen Menschen. Sie sind für Lobna oft wie ein Rätsel. Sie muss Zugang zu ihnen finden, herausfinden, was ihnen gefällt. Oft wurde hier gemeinsam mit Angehörigen eine Biografie entworfen, in der die Interessen und Lieblingsbeschäftigungen der Patienten aufgelistet sind.

Doch manchmal muss Lobna das Rätsel auch selbst lösen. Den Schlüssel zum Erfolg findet sie dabei ab und zu sogar in der Wohnung der Patienten. Sie erinnert sich an einen besonderen Fall: „Ich habe entdeckt, dass diese Frau viele Kassetten besitzt. Sie erzählte mir, dass der Kassettenrecorder kaputt ist – dabei hatte sie einfach nur vergessen, wie man ihn bedient.“ Lobna löste das Problem schnell. Als die ersten Töne dann aus dem Gerät klangen, strahlten die Augen der Frau. „Sie hat mitgesungen, sich gefreut und immer wieder ‚Danke‘ gesagt“, erinnert sich Lobna.

Geschichten aus dem Leben

Doch auch bei neuen Patienten fällt es Lobna nicht schwer, ins Gespräch zu kommen. Denn die erste Frage vieler Patienten ist: „Woher kommst du?“ Dass die Menschen so schnell erkennen, dass sie nicht aus Deutschland stammt, sieht Lobna als einen großen Vorteil: „Es ist ein perfekter und einfacher Einstieg ins Gespräch.“ Lobna sagt dann, dass sie aus Tunesien kommt und erzählt vom Leben dort. Ihre Patienten hören ihr dann gespannt zu. Bei ihrem nächsten Besuch passiert es nicht selten, dass die Geschichten aus Tunesien schon wieder aus dem Gedächtnis des Patienten verschwunden sind. „Na, dann erzähle ich eben alles nochmal!“, sagt Lobna lachend.

Sie kam 2007 nach Deutschland. In ihrer Heimat hat sie Marketing studiert. Hier in Deutschland blieb sie erst einmal zuhause und gründete eine Familie. In ihrem bisherigen Job weiterzuarbeiten erwies sich als sehr schwierig – jetzt war es also Zeit für eine berufliche Umorientierung. Die Agentur für Arbeit empfahl ihr, sich nach Jobs im Sozialbereich umzusehen. Hier stieß Lobna auf die Arbeit mit Senioren – ein Volltreffer. Als sie erfuhr, dass für die Arbeit als Betreuungsassistent ein Betreuungszertifikat nötig ist, informierte sie sich weiter und stieß auf das BRK. Hier konnte sie eine Ausbildung machen, die das Betreuungszertifikat sogar beinhaltete. Auf ihre Initiativbewerbung erhielt Lobna sofort eine Antwort. Ein Probetag brachte für Lobna Klarheit: Ja, hier wollte sie bleiben.

Die Freude und Dankbarkeit erleben

An ihrem Job liebt Lobna besonders, dass die Menschen sich so auf ihren Besuch freuen. „Sie wollen wissen, wie es mir und meiner Familie geht, was ich erlebt habe und was es Neues gibt. Ich bin ihr Kontakt zur Welt da draußen“, sagt Lobna. Und auch die Angehörigen sind froh, dass Lobna da ist. Sie sagen ihr oft, wie dankbar sie für die Stütze und Entlastung sind, die ihnen die Betreuungsassistentin gibt. Und auch Lobna selbst freut sich immer auf die Besuche bei den Patienten – auf die verschiedenen Menschen und Geschichten, die sie hier erwarten und die Vielfalt an Tätigkeiten.

Auch wenn sie der ambulante Dienst begeistert, wechselt sie in die Tagespflege. „Hier gefällt es mir auch sehr gut. In der Tagespflege betreuen wir viele Gäste gleichzeitig. Und außerdem sind sie hier Gast bei uns, nicht wir bei ihnen zuhause“, erklärt Lobna. Hier gibt es eine festere Routine: Morgens kommen die 10 bis 13 Gäste, dann gibt es Frühstück und eine Zeitungsrunde, danach ein täglich variierendes Programm wie zum Beispiel Gymnastik, Spiele oder Rätsel. Danach gibt es Mittagessen, eine Mittagspause und im Anschluss Kaffee und Kuchen. Dann ist wieder Zeit für den Wochenplan: Das Programm besteht unter Anderem aus singen, spielen und basteln. Und auch hier hört Lobna oft: „Sie strahlen wie der Sonnenschein!“


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Version: 1.0 - Stand: 17.04.2018